Spruch des ✠ Oberleutnant Hans-Georg Müller:

" Beschissen ist des Lebens goldner Baum,
vor lauter Scheisse
sieht man die Blätter kaum!"
Zu seiner Schwester im Urlaub:
- Wir halten da draußen den Arsch hin,
und Ihr geht Tanzen! -
Ruth über ihren Bruder:
Im Urlaub hat er nur geschlafen!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Brief von Martin Schneider (Zackzack) Hfw. vom 20.11.1943

Hochverehrte gnädige Frau Müller!

Es ist mir unbeschreiblich schwer, Ihnen über den Heldentod Ihres Herrn Sohnes, meines hochverehrten Herrn Kompaniechefs und guten, treuen Kameraden Hans zu schreiben. In aufrichtiger Anteilnahme trage ich mit Ihnen diesen großen Schmerz. Die erste Kompanie als kampfkräftigste, mit dem selbständigsten und Front erfahrensten Kompaniechef an der Spitze, rollte in der Nacht zum 14.November an eine Einbruchstelle des Feindes südwestlich Gomel auf der Rollbahn von Süden in Richtung Retschiza und wurde dort einer Infanterie Division (292?) unterstellt.

Es war eine, durch so viele Erleben zusammengeschweißte Kampfgemeinschaft. Ich selbst war leider nicht dabei, sondern folgte am 14. der Kampfstaffel.
Am 15.11. um 6.oo Uhr erreichte mich in unserer Werkstatt, wo sich die Kompanie sammelte, dieser schwere Schlag.

Die Besatzung des Chef-Panzers, Fahrer Uffz.Schmidt, Richtschütze Gefr. Reindl (Sinzing), Ladeschütze Gefr.Siebrecht, (Funker Sanow, Magdeburg) sowie die anderen Kompanie - Kameraden erzählten mir folgendes:

„Wir rollten am 14.11. 11.oo Uhr aus der Bereitstellung bei Molotow (Maladusha) zum Angriff. Es war ein unübersichtliches Buschgelände, wenig Infanterie war bei uns. Wir bekamen auch gleich aus Panzerbüchsen Feuer. (lt. OFw. Eidloth Nebel)

Nach Niederkämpfung dieser Widerstandsnester setzte die Einheit sich weiter in Marsch.
Die Russen türmten und wir setzten nach.
Es gab einen Knall, wir hatten Treffer beim Fahrer.
Auf Befehl des Chefs wurde ausgebootet.
Die ganze Besatzung kam heil aus dem Panzer.
Nach kurzer Orientierung befahl der Chef, zurück zur eigenen Linie.

Nach etwa 400 Meter waren noch vom Feind besetzte Schützenlöcher.
Die Panzerbesatzung suchte Deckung.
Dabei erwischte unseren lieben Chef aus etwa 3-4 Meter die tödliche Kugel“. 
Durch den Kopfschuss war er sofort tot.

Die feindliche Übermacht ermöglichte der Besatzung leider keine Bergung. Auch der Funker, Uffz. Sanow, musste schwer getroffen, liegenbleiben. Die anderen Panzer wurden gleichzeitig mit dem Chefwagen schwer unter Pak-Feuer(Panzerabwehrkanonen) genommen, so dass die Einheit 6 Panzer total verlor.
6 Gefallene, 6 Vermisste, und 3 Verwundete beklagte.

Die Tage darauf erkundeten wir mehrmals ob nicht doch irgendwelche Bergung möglich wäre, aber leider vergebens.

Somit kann ich Ihnen leider nur die Kiste vom Troß (Nachschub) mit dem darin befindlichen Nachlass zusenden. Alles andere ist im Panzer geblieben. Zugleich im Namen aller Kameraden unseres lieben Chefs spreche ich Ihnen unsere wärmste Anteilnahme aus. 
Die Kompanie wird und kann unseren tapferen hochverehrten Herrn Kompaniechef nie vergessen. 
Im ehrenden Andenken werden wir seinem Vorbild nacheifern, um das zu erfüllen, für das unser lieber Chef sein Leben ließ.


In aufrichtigem Mitgefühl grüße ich Sie!

Hauptfeldwebel Martin Schneider (Spitzname Zack-Zack - 
Mit der Goya untergegangen.. Hans Wehner, einer der wenigen Überlebenden der Goya berichtet, dass er an Deck, einer jungen Frau eine Zigarette anbot, aber kein Feuer hatte, als er aus diesem Grunde runter ins Schiff ging, um sein Feuerzeug zu holen. Martin Schneider lag auf seinem Lager und hat ihn gefragt, was los sei? "Nichts! Ich hole nur mein Feuerzeug!" Dann hat HFw. Martin Schneider wieder beruhigt weitergeschlafen. Als Hans Wehner der jungen Frau das Feuer anbot, schlug der erste Torpedo ein... Es folgte ein lautes Schreien und auch Schüsse fielen in den Aufgängen der Goya. Es war ein schlimmes Grauen, doch am Schlimmsten war nach all dem Kreischen, Krachen und toben, die plötzliche, unheimliche Stille, als die Goya gesunken war! )